Neben der Wichtigkeit des Klimaschutzes werden in den kommenden Jahren steigende Energiekosten auf die Betreiber und Eigentümer von Sportstätten sowie Gebäuden zu kommen. Diese werden zunehmend auch die Finanzetats der Sportvereine belasten.
In Aktualität dieser Thematik führte der Kreissportbund Greiz im Auftrag des Landessportbundes Thüringen ein Bildungsseminar zum Thema „Energiemanagement in Vereinssportstätten“, gefördert durch die Deutsche Bundesstiftung für Umwelt (DBU), am 16.04.2010 in der Sportschule „Kurt Rödel“ Greiz durch. Als Referent und Moderator dieser Veranstaltung konnte wiederum der öffentlich anerkannte Energieberater und Leiter der Kampagne “Energie gewinnt“ Nikolaus Huhn aus Jena gewonnen werden.Gerichtet war das Bildungsseminar vor allem an Vereinsvorstände sowie Verantwortliche die Eigentümer oder Betreiber von Sportstätten sind.
Hauptthemen waren Einsparpotenziale in den bereichen Wasser, Elektroenergie und Wärme sowie Berechnungsbeispiele, Verbrauchskennwerte, Verhaltensabhängige Energiepotentiale in Sportanlagen und Gebäuden.
Für den Bereich der Erneuerbaren Energien wurden insbesondere die Nutzung von Sonnenwärme, Sonnenstrom, Scheitholz, Holzpellets sowie die Nutzung von Umweltwärme besprochen. Ebenso wurde den Teilnehmern wesentliche Maßnahmen zur Verbesserung der Gebäudehülle, wie die zusätzliche Wärmedämmung, die Fenstererneuerung und der Einsatz von intelligenter Lüftungstechnik mit Wärmerückgewinnung, vorgestellt.
Neben diesen technischen Möglichkeiten wurden ganz konkrete Einsparpotenziale an Vereinsgebäuden in den Bereichen Wasser, Elektroenergie und Wärme, wie Dämmung der obersten Geschossdecke, der Außenwände oder der Kellerdecke, der Wechsel der Fenster, erläutert.
Nikolaus Huhn untersetzte diese Themenbereiche mit Berechnungsbeispielen und vergleichenden Verbrauchskennwerten, die deutschlandweit in Sportstätten ermittelt wurden. Mit einer einfachen Rechnung konnten so die Teilnehmerinnen und Teilnehmer überschlägig ermitteln, ob an ihrem Sportgebäude noch interessante Einsparpotenziale zu erschließen sind.
Diese Vergleichswerte halfen bei der Einordnung und den anzustrebenden Verbräuchen. So lässt sich Heizenergie mit geringem Aufwand schon um 30 bis 50% senken, stellte der Referent fest.
Als Resümee wurde durch die Teilnehmer des Bildungsseminars herausgearbeitet, dass Maßnahmen der Wärmedämmung, die Erneuerung undichter Fenster sowie die Reduzierung von Durchläufen an Wasseranlagen aber auch die Nutzung natürlicher Wasserspeicher unter dem Aspekt geringer vorhandener Finanzetats der Vereine sowie schneller Amortisation erste entscheidende Schritte zur Senkung des Energieverbrauches und zu finanziellen Einsparpotentialen sind.
Uwe Jahn, Vorsitzender des Kreissportbundes und die Teilnehmer waren sich einig, dass vor allem ein entsprechendes Energiemanagement in Sportstätten künftig einen hohen Stellenwert in den Vereinen einnehmen wird.
Mit Unterstützung durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) können im Rahmen des Projektes "Doppelpass für die Umwelt" seit 2009 deutsche und tschechische Vereine mehr über den konkreten Klimaschutz an ihren Sportstätten erfahren und werden dadurch auch zu konkretem Handeln angeregt.
In den kommenden Wochen werden verantwortliche Akteure der Vereine im Landkreis Greiz mit einer Gebäude- und Verbrauchsbeurteilung bei der energetischen Verbesserung ihrer Vereinsgebäude durch Energieberater Nikolaus Huhn vor Ort unterstützt.


