Kreissportbund Greiz e.V.

Empfang des Greizer Bürgermeisters: Roter Teppich für das Ehrenamt

GREIZ. Ein roter Teppich wurde am Freitagabend sinnbildlich dem Ehrenamt in der Stadt Greiz ausgerollt. Zum ersten Mal lud Bürgermeister Gerd Grüner (SPD) Vertreter der 160 Greizer Vereine ein, um ihnen für ihr engagiertes Wirken zu danken. „Das bürgerschaftliche Engagement in unserer Stadt lebt.

Und Sie alle tragen dazu bei, dass unser Ziel, die Stadt liebens- und lebenswerter zu machen nur in einer Gemeinschaft mit viel Engagement vor allem außerhalb der Ratsstuben funktioniert“, sagte das Stadtoberhaupt zu Beginn seiner Ausführungen.

Auch die Landrätin des Landkreises Greiz, Martina Schweinsburg (CDU), sowie Vertreter des Greizer Stadtrates, insbesondere des Kultur-und Sozialausschusses, waren der Einladung von Bürgermeister Grüner gefolgt. Herzlich begrüßte er auch die Amtsleiterin des Amtes für Gemeindevermögen und Soziales, Cathrin Geelhaar und deren Mitarbeiterin Kerstin Kühn. „Ihnen ist es zu verdanken, dass es auch in Zeiten knapper finanzieller Ausstattungen immer einen kleinen Lichtblick zum Jahresende gibt, um unseren Vereinen unter die Arme zu greifen.“ Schließlich würden sie auch die Anträge bearbeiten, die anschließend vom Ausschuss – wenn möglich – positiv beschieden werden.

„Heute wollen und können wir Ihnen als Stadt zeigen, dass Sie uns wichtig sind und dass wir Ihnen auf das Herzlichste für Ihren selbstlosen Einsatz danken. Ihr Engagement verdient höchste Anerkennung“, so das Stadtoberhaupt. Das Ehrenamt habe viele Namen und viele Gesichter, die man auch bürgerschaftliches Engagement, Freiwilligenarbeit oder Selbsthilfe nenne. Ganz gleich, ob in der unmittelbaren Nachbarschaft, der Gemeinde, im Verein oder der Kirche, in vielfältigen privaten Initiativen, Stiftungen, Selbsthilfegruppen oder den großen Wohlfahrtsverbänden und Rettungsdiensten. „Überall finden wir gelebte Selbstverantwortung.“

Es gebe kaum einen Bereich des alltäglichen Zusammenlebens, in dem man kein ehrenamtliches Engagement finde, etwa beim Musizieren und Singen, Sport und Tanzen, der Seniorenbetreuung und Altenpflege, Sozial- und Beratungsdienste, Kinder- und Jugendarbeit, dem Natur- und Umweltschutz, der Feuerwehr und Rettungsdienste, der Traditions- und Kulturgutpflege und vielem mehr.

Das Ehrenamt erfordere von denjenigen, die sich engagieren, Zeit und Kraft, manchmal auch Nerven und viel Verständnis der Nächsten im Familien- oder Freundeskreis – ebenso wie Ausdauer und Verlässlichkeit.
Eines konstatierte der Bürgermeister dabei: Es sei immer schwerer, Menschen für diese Aufgabe zu gewinnen. „Wir wollen das Ehrenamt heute neu in das Bewusstsein rücken. Wir wollen zeigen, dass es in unserer Stadt unzählige Menschen gibt, die nicht nur an sich selbst denken. Die nicht nur in Vergangenheiten rühren oder auf alles schimpfen, anstatt es Ihnen hier gleich zu tun. Wir wollen zeigen, dass es in unserer Stadt einen riesigen Schatz gibt, auf den wir auch in schweren Zeiten bauen können.“

Eines betonte Bürgermeister Grüner zudem: „Menschlichkeit, Zuwendung, Empathie, Zeit, ein offenes Ohr für andere – das sind alles Dinge, die wir nicht staatlich verordnen können. Sie sind aber der Grundstock für Ihr Engagement.“

Deshalb sei es außerordentlich wichtig, dass die öffentliche Hand für das Ehrenamt die notwendige Grundlage und Infrastruktur schaffe. Das Ehrenamt brauche Hauptamtlichkeit, brauche Anlaufstelle und Qualifizierungsangebote.

Eine Bitte richtete das Stadtoberhaupt auch in Richtung Stadtrat: „Sehr geehrte Damen und Herren des Stadtrates, dazu müssen auch wir am gleichen Strang ziehen und dieses Fundament gemeinsam legen.“ Genauso wichtig sei: „Das Ehrenamt braucht eine Kultur der Anerkennung und Wertschätzung. Nur wenn der Ehrenamtliche spürt, dass das, was er tut, wichtig ist, dass er gebraucht und geschätzt wird. Erst unter diesen Bedingungen tut man gerne Gutes.“

„Ich kann Ihnen versichern, und das gilt für alle Bereiche des Ehrenamts in unserer Stadt – Wir brauchen Sie tatsächlich. Jeden Einzelnen von Ihnen. Der heutige Tag zeigt, dass Ehrenamt keine Frage des jeweiligen Alters ist. Jeder kann mit seinen jeweiligen Fähigkeiten unsere Gesellschaft ein Stück bereichern“, betonte Bürgermeister Grüner.

Stellvertretend für all die Vereine und des Engagement in der Stadt rief das Stadtoberhaupt anschließend 14 Personen nach vorn, „die uns als Stadt in diesem Jahr besonders von ihrem Engagement überzeugt haben.“

Ausgezeichnet wurden:

Dr. Gerulf Lenz – stellvertretend für die Senioren des Radsports, die sich während der Thüringen Rundfahrt – Ladies Tour 2017 und auch die Jahre davor stets engagierten, um dies zu einem sportlichen Höhepunkt werden zu lassen

Dietmar Mecklenburg – ein engagierter Bürger, der sich stets für seinen Ortsteil Cossengrün einsetzt und ständig am und im Dorfgemeinschaftshaus im Einsatz ist

Martina Högger – eine Frau die mit viel Engagement sich für die Integration der Asylbewerber und Migranten und für die kulturelle Vielfalt in Greiz einsetzt

Greizer Judoclub – der in den 25 Jahren seines Bestehens durch Höhen und Tiefen, nicht nur bei der Auswahl der Sporthallen geht und ging, sondern auch durch Höhen und Tiefen bei der Kinder- und Jugendarbeit.

Förderverein „Theater-, Kultur- und Tagungszentrum Greiz“ e. V. – der Schwerpunkt liegt bei der kulturellen Arbeit mit und für Kinder, hervorzuheben ist die Inszenierung des jährlichen Weihnachtsmärchens und die Schülertheatertage

Förderverein der Museen der Schloss- und Residenzstadt Greiz e. V. – wer kennt nicht die Fürstenweihnacht, mit ihren historischen Kostümen, die mit viel Liebe zum Detail durchgeführt wird oder die Textilschauwerkstatt, ein Magnet für viele Besucher

Greizer Volkskunstensemble e. V. – erfreut mit seinem musikalischen Reigen, mit traditionellen und bekannten Volksliedern, aber auch mit modernen Melodien seit über 60 Jahren die Herzen der Menschen

Wanderverein Greiz e. V. – das Wandern ist nicht nur des „Müllers Lust“, das zeigt sich auch an den mehr als 200 Teilnehmern bei der erst kürzlich durchgeführten Herbstwanderung, die wieder einmal perfekt durch die Mitglieder organisiert wurde

Tauchclub Chemie Greiz e. V. – ein besonderes Highlight in diesem Jahr, war für die Mitglieder die Organisation und Durchführung der Deutschen Meisterschaft und des Europa Cup im Orientierungstauchen, gekrönt mit einem sensationellen dritten Rang des Damenquartetts in der internationalen Wertung

Fanfarenzug Greiz e. V. – seit mehr als 50 Jahren bereichern sie mit ihrem musikalischen Können das Musikleben, nicht mehr weg zu denken sind die Spielleute bei den verschiedensten Veranstaltungen in unserer Stadt

Bürgerinitiative „Weil wir Greiz lieben“ – die Initiative hat sich unter anderem zur Aufgabe gemacht, jährlich den Schlossberg von Unrat und Wildwuchs zu befreien, lobenswert dabei ist die große Bereitschaft der Greizer Bürger

Kreissportbund mit seinen Talentförderzentren – eine wichtige Voraussetzung für Erfolge im Leistungs- und Spitzensport ist die Talentsuche und –förderung. Sportliche Talente erhalten in den Förderzentren Fußball, Tischtennis, Schwimmen, Ringen, Leichtathletik und Radsport ganzheitliche hochqualifizierte Ausbildungs- und Trainingseinheiten

Sportgemeinschaft Kurtschau e. V. – Faustball hat in Kurtschau eine lange Tradition mit hervorragenden sportlichen Ergebnissen, aber auch der Männerchor kann auf eine lange Tradition zurückblicken

Förderverein der Musikschule „Bernhard Stavenhagen“Greiz-Thüringen e. V. – im November diesen Jahres wird zum 70. Mal der Stavenhagen Wettbewerb mit seinem Preisträgerkonzert durchgeführt, hierbei präsentieren Kinder und Jugendliche ihre musikalischen Talente

Im Anschluss an den offiziellen Teil der Ehrenamtsgala kamen die Gäste bei Deftigem vom Rost und kühlen Getränken gut ins Gespräch. Wer wollte, konnte zu den Klängen der Band „Evergreen Frogs“ sogar das Tanzbein schwingen.

Zuvor hatte sich Gerd Grüner bei der „Getränkequelle“ von Uwe Liebold und der Fleischerei Jens Welz bedankt, die bei der Versorgung zur Seite standen.
Einen ganz besonderen Dank richtete der Bürgermeister an Bodo Scheffel und sein Bauhof – Team.

„Damit bleibt mir am Schluss nur noch eines festzustellen: Gemeinsam wollen wir auch in der Zukunft die Werbetrommel für das ehrenamtliche bürgerschaftliche Engagement rühren, damit unsere Stadt weiterhin eine lebens- und liebenswerte Stadt bleibt“, so das Stadtoberhaupt.

Antje-Gesine Marsch 14.10.2017

Bilder von der Veranstaltung hier